Keynote, Podiumsdiskussion, persönliche Tweets: Führungskräfte sind sichtbarer geworden.

Die Herausforderung für viele CEOs in Sachen Kommunikation: Ihre Botschaften gelangen heute schneller und mit mehr Dynamik an die Öffentlichkeit.

Inhalte kommen inzwischen nicht mehr nur über die klassischen Gatekeeper an die Öffentlichkeit. Wenn ein CEO „nur“ eine Rede hält, kann er in den sog. Sozialen Medien dennoch (manchmal ungewollt) präsent sein – auch wenn er dort nicht selbst aktiv ist. Beim renommierten jährlichen Münchner Management-Kolloquium beispielsweise, bei dem u. a. die Chefs der größten deutschen Industrieunternehmen mehrere Tage auf der Bühne stehen, zitieren Zuhörer die Redner per Twitter.

Noch während ein CEO spricht, können seine Botschaften an die Öffentlichkeit kommen. Darum ist es sinnvoll, die digitalen Kommunikationskanäle im Auge zu behalten, um gegebenenfalls reagieren zu können. Im besten Fall steuern und nutzen CEOs und ihre Mitarbeiter diese Art der Kommunikation selbst.

CEOs in den USA machen es vor.

Einflussreiche Führungskräfte in den USA erreichen mit ihren Tweets ein Millionenpublikum. 18 Prozent von Ihnen sind auf Twitter aktiv, in Europa sind es 13 Prozent (Stand 2017). Fünf der DAX30-CEOs twittern (Stand Februar 2019).

Diese sind sich vermutlich dessen bewusst, dass Botschaften direkt aus der Chefetage gut ankommen. In Zeiten von Digitalisierung, AI und schnellem technologischen Wandel wird die unmittelbare Kommunikation der oberen Führungsebene von vielen als selbstverständlich empfunden. Dass die Entwicklung in Deutschland und Europa diesbezüglich langsamer ist, könnte daran liegen, dass manche neben der Effektivität dieser Art der Kommunikation auch die Risiken sehen.

Die Rede bleibt weiterhin eines der wichtigsten Kommunikationsinstrumente und hat durch die digitale Verbreitung zusätzlichen Einfluss.

Nicht nur das Vor-Ort-Publikum hört heutzutage eine Rede und zitiert ggf. daraus. Ganze Reden oder Schnipsel daraus gelangen als Videos über unternehmenseigene und öffentliche digitale Kommunikationskanäle nach außen. So erreichen Reden weit mehr Zuschauer und Zuhörer als bisher. Teilweise verbreiten sich solche Inhalte viral, je nachdem wie gut oder schlecht das Gesagte und der Auftritt ankommen.

Haben Reden z. B. gut zitierfähige Inhalte, können CEOs dies sehr wirksam nutzen – einigen tun es bereits erfolgreich, sofern ihre Redenschreiber bei den Formulierungen entsprechend darauf achten.

rationalCEO, Christian Bargenda